Geschichte der Pfarre Senftenberg

Pfarrkirche und Pfarrhof

Wir können annehmen, dass die ursprüngliche Kirche von Senftenberg ein einfaches Bauwerk aus Holz war. Ihre Lage auf einem vom Schlossberg deutlich abgesetzten Felsrücken deutet darauf hin, dass sie immer schon Wehrcharakter als Talsperre hatte, wenn sie nicht überhaupt als Vorstufe der spätestens im 12. Jh. erbauten Burg anzusehen ist. Anlässlich der Renovierungsarbeiten ab dem Jahr 1962, die nach teilweiser Entfernung des Putzes eine Untersuchung des Mauerwerkes erlaubten, konnten neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Kirche gewonnen werden. Ältester Bauteil ist demnach der Turm in seinem unteren Teil. Er ist dem 13. Jh. zuzuordnen. Trennfugen zeigen,   dass er ursprünglich freistehend errichtet worden ist. Dies, sein Standort im Norden der Kirche gegenüber dem überhöhenden Burgberg und seine Mächtigkeit zeigen, dass die gesamte Anlage zusammen mit einem als wahrscheinlich anzunehmenden Mauerring als Befestigungswerk gedacht war. Er schützte den hochwassersicheren Zugang zur Siedlung und den Weg ins obere Kremstal. An den Turm wurde in der 1. Hälfte des 14. Jh. ein einschiffiger Chorraum mit 5/8 Abschluss angebaut. Die ursprünglichen Gewölbe wurden in späterer Zeit entfernt, die Gewölbeansätze sind jedoch im Dach noch erkennbar.
Noch aus dem 14. Jh. stammt das Mauerwerk des Langhauses und der im Nordwesten der Kirche befindlichen Gebeingruft. Dass vor der derzeitigen Flachdecke eine Einwölbung vorhanden war, ist nicht anzunehmen. Seit dem Beginn des 16. Jh. wird das Innere des Langhauses von einer Empore umschlossen.

(Aus: Holzinger: „800 Jahre Pfarre Senftenberg" S. 8)

Zwei Berichte über die Ursprünge der Pfarre Senftenberg

Die kleine Pfarre Senftenberg zum hl. Andreas entstand wohl im 12. Jahrhundert als Tochter der Pfarre Krems aus einem herrschaftlichen Benefizium. Urkundliche Nennungen gibt es jedoch erst verhältnismäßig spät: 1197 wird das Geschlecht der Senftenberger erstmals erwähnt, um 1230 hören wir von einem Liupoldus capellanus in Senftenberch. Ein Pfarrer von Senftenberg kommt urkundlich erst 1368 vor, als die Stiftung des Benefiziums am Frauenaltar erfolgte. Im Spätmittelalter entstanden noch weitere Benefizien in Senftenberg: St. Nikolaus (1456 genannt), das Kreuzbenefizium wahrscheinlich aufgrund der Bruderschaftsstiftung von 1491, und endlich St. Wolfgang, das aber erst im 16. Jhdt. bezeugt ist. Die Benefizien gingen alle in der Reformationszeit ein, nur das Maria-Stift „Im Winkel" lebte später wieder auf und war im 18. Jhdt. noch zeitweilig besetzt. Das Patronat über die Pfarre war immer mit der Herrschaft verbunden und ist seit 1717 //war von 1717 bis 1975 //* im Besitze der Familie Starhemberg.

(Bericht des Leiters des Diözesanarchivs Dr. Gerhard Winner vom 4. März 1968.- * Nachträgliche Ergänzung)

Obwohl erst zu späterer Zeit (1230) erstmals ein Priester in Senftenberg Erwähnung fand, gab es bereits in früherer Zeit einen Bischofsbesuch in Senftenberg. Allerdings fehlt jeglicher Hinweis auf etwaige Vornahme von kirchlichen Verrichtungen. Bischof Wolfger (Ellenbrechtskirchen) von Passau befand sich im Oktober 1203 auf einer Pastoralreise durch Niederösterreich. Auf seiner Fahrt von Weitra nach Zeiselmauer nahm er kurzfristig Aufenthalt in Senftenberg. Nachricht hierüber erhalten wir von den 1877 zu Heilbronn von Ignaz Zingerle veröffentlichten Reiserechnungen des Bischofs Wolfger von Ellenbrechtskirchen (Seite 4 und Seite 12). Durch die dort verzeichnete Ausgabe von 23 Pfennigen an einen Boten, der einen jungen Hund von Passau nach Senftenberg gebracht hatte, ist eher an einen Jagdaufenthalt zu denken. Ein weiterer kleinerer Geldbetrag wurde einem gewissen „Gernod" ausgefolgt. Möglicherweise kam es auch zu einem Gespräch bezüglich der Errichtung einer Seelsorgestation oder vielleicht sogar Pfarre in Senftenberg.

(Aus: Franz Fux, Senftenberg - Vom Herrensitz zum Gesundheitszentrum, S. 130)

Kirchenpatron von Senftenberg

Apostel Andreas (Hochaltarbild von Andreas Rudroff, 1800), geboren um Christi Geburt in Bethsaida, Galiläa, gestorben: 30. November 60/62 in Patras, Griechenland, Patron von Schottland, Russland, Spanien und Griechenland; von Sizilien und Niederösterreich; von Neapel, Ravenna, Brescia, Amalfi, Mantua, Bordeaux, Brügge und Patras; der Fischer und Fleischhändler, Metzger, Bergleute, Seiler und Wasserträger; gegen Gicht, Halsschmerzen, Krämpfe und Rotlauf (Andreas-Krankheit); für eine gute Heirat

(Aus: Schauber-Schindler „Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf")

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